Druckentwässerung / Kanal-Hausanschlüsse

Unter Druckentwässerung versteht man den Abwassertransport aus tiefliegenden Bauwerken oder Niederungsgebieten mittels im Tiefpunkt angebrachter Pumpstation in den höher angeordneten Ableitungssammler.

Die Investitionskosten von Abwasserentsorgungsanlagen im ländlichen Raum sind vergleichsweise hoch, da Faktoren wie geringe Siedlungsdichte, mangelndes natürliches Gefälle, hohe Grundwasserstände oder ungünstige Untergrundverhältnisse schnell zu einer Kostenexplosion führen können. Hier bietet sich der Einsatz der Druckentwässerung als kostengünstigere Alternative an. In Regionen mit stark schwankendem Abwasseranfall (z.B. in Gebieten mit hohem Fremdenverkehrsaufkommen) ergeben sich ähnliche Probleme bei der Ableitung und Behandlung des Abwassers. Durch die extrem schwankenden Betriebsbedingungen wird besonders die Dimensionierung und der spätere Betrieb der Anlagen schwierig. Auch in diesem Fall kann die Druckentwässerung eine ideale Problemlösung bieten.

 

Beim Einsatz der Druckentwässerung fließt das Abwasser im freien Gefälle zu den Hausanschlussschächten und wird hier gesammelt (ca. 50 bis 70l). Eine füllstandsgesteuerte Tauchmotorpumpe fördert das Abwasser in die PE-Druckrohrleitung, in der es durch das vorhandene Druckgefälle zur Kläranlage abgeleitet wird. Die Fließvorgänge im Druckrohrnetz können durch Druckluftspülstationen unterstützt werden.

Wesentliche Vorteile der Druckentwässerung ergeben sich aus der gleichmäßigen, flachen Verlegetiefe, unabhängig vom Geländegefälle (Kosteneinsparung), der zuverlässigen Betriebsweise bei stark schwankendem Abwasseranfall und der Dichtheit der PE-Leitungen bei hohen Grundwasserständen. Die Druckentwässerung wird seit über 30 Jahren eingesetzt, gilt heute als technisch ausgereiftes Verfahren und die Dimensionierung der Anlagen nach den geltenden Vorschriften (ATV Arbeitsblatt A 116, EN 1671) wird durch die Verwendung von Nennweiten-Zuschlägen sicher.

Als Rohrleitungsbau-Fachunternehmen sind wir besonders mit der Problematik der Leitungsverlegung und der Verbindungstechnik im Elektro-Schweißverfahren vertraut und verfügen über geschultes Fachpersonal.

Prüfung und Sanierung von Kanal-Hausanschlussleitungen

Auch private Anschlüsse müssen überwacht werden. Das bundesdeutsche Kanalnetz hat eine Gesamtlänge von etwa 1 Mio. km. Der weitaus größte Teil dieses Abwassernetzes liegt mit einer Gesamtlänge von 640.000 km auf privatem Grund (Hausanschlüsse).
Städte und Gemeinden sind aufgrund der Selbstüberwachungsverordnung Kanal (SüwV Kan) verpflichtet, das öffentliche Kanalnetz umfassend zu überprüfen und ggf. zu sanieren. Auch Grundstückseigentümer-/innen sind zur Inspektion, Instandhaltung und Sanierung ihrer privaten Kanalanschlussleitungen verpflichtet (§ 45 Absatz (5) der Landesbauordnung (Bau0 NRW)). Jedoch steckt die Prüfung und Reparatur privater Abwasserleitungen noch in den Anfängen. So belegen Erhebungen, dass von den etwa 6 Mio. Hausanschlüssen in Nordrhein-Westfalen rund die Hälfte sanierungsbedürftig sind. Abwässer versickern zwischen Haus und öffentlichem Kanalnetz und gefährden so das Grundwasser. Die Sanierung der städtischen Kanäle macht also nur Sinn, wenn gleichzeitig die angeschlossenen Hausanschlüsse untersucht und defekte Leitungen ebenfalls erneuert oder abgedichtet werden.

Die RTS GmbH bietet neben der Überprüfung zukünftig Verfahren zur Renovierung und Erneuerung von Kanal-Hausanschlüssen an. Unter dem Begriff Renovierung fasst die DIN EN 752 5 Maßnahmen zusammen, die zur Verbesserung der aktuellen Funktionsfähigkeit von Abwasserleitungen und -kanälen unter vollständiger oder teilweiser Einbeziehung ihrer ursprünglichen Substanz dienen. In der Praxis wenden wir für diesen Bereich Abdichtungs-, Auskleidungs- und Injektionsverfahren an. Bei der Renovierung von Grundleitungen und Anschlusskanälen/-leitungen werden von uns sowohl Auskleidungsverfahren mit vorgefertigten Rohren (Wellrohrverfahren) als auch Schlauchverfahren (vor Ort erstellte, selbsthärtende Rohre) eingesetzt. Nach DIN EN 752 5 ist unter Erneuerung die Herstellung neuer Abwasserleitungen und -kanäle in der bisherigen oder einer anderen Linienführung zu verstehen, wobei die neuen Anlagen die Funktion der ursprünglichen Abwasserleitungen und -kanäle übernehmen. Eine Erneuerung von Grundleitungen und Anschlusskanälen erfolgt in der Regel in offener Bauweise. Nach Freilegen der Altleitung wird diese gegen eine neue ausgetauscht.